Montag, 21. Juli 2014

Review: Chrono Trigger

Ach, die Neunziger. In kaum einer Dekade gab es mehr heißen Scheiß für RPG-Fans wie damals. Auch Chrono Trigger ist eins dieser Juwelen der Rollenspielgeschichte. Es erschien 1995 für das Super Nintendo, allerdings nur in Japan und den USA. Unter dem Dach von Squaresoft versammelte sich das absolute Dreamteam der Branche: Hironobu Sakaguchi, der Erfinder von Final Fantasy und sein Team arbeiteten mit Yuji Horii, dem Erfinder von Dragon Quest zusammen um ein RPG-Meisterwerk zu erschaffen. Zusätzlich stieß noch Akira Toriyama, der Zeichner von Dragon Ball, zum Team und steuerte das Artdesign bei. Die Musik zum Spiel stammt von niemand geringerem als Yasunori Mitsuda. Mitsuda komponierte den Großteil des Soundtracks, musste einige Teile aber aus gesundheitlichen Gründen abtreten. Sein Ersatzmann war auch kein Unbekannter: Nobuo Uematsu, seines Zeichens Stammkomponist der Final Fantasy-Reihe übernahm seinen Platz. Ich nehme einen Teil meines Fazits gleich vorweg und sage: Sie haben es geschafft, Chrono Trigger ist ein Meisterwerk.



Das Spiel versetzt euch in die Lage des jungen Crono (ja ganz recht, ohne "h"), der im Jahre 1000 lebt und gerade den Jahrmarkt besucht. Dort lernt er das Mädchen Marle kennen, welche die Geschichte des Spiels ins rollen bringt: Als auf dem Marktplatz eine seltsame Maschine vorgeführt wird, wird Marle plötzlich in ein Portal gezogen und verschwindet. Crono springt ohne zu zögern hinterher und versucht sie zurück zu holen. Auf der anderen Seite angekommen merkt Crono, dass er in der Vergangenheit gelandet ist. Kaum ist Marle jedoch wiedergefunden, führt eine Kette von Ereignissen dazu, dass was als Suche nach einem Mädchen beginnt zu einem Kampf um das Schicksal der Welt wird. Auf dieser Mission reisen Crono und seine insgesamt 6 Mitstreiter vorwärts und rückwärts durch die Zeit. Als Spieler erlebt man mit ihnen eine der originellsten und schönsten Geschichten der Videospielwelt, gesäumt mit vielen Details und liebenswerten, ausgearbeiteten Charakteren.

Im Grunde ist Chrono Trigger ein normales JRPG. Doch das Ziel der Macher war es, etwas zu erschaffen "was keiner vorher gemacht hatte". Deshalb gibt es einige Features, die das Spiel besonders machen. Das Kampfsystem ist eine Weiterentwicklung des ATB-Systems aus Final Fantasy IV, genannt ATB 2.0. Wie üblich füllt sich für jeden Charakter ein Balken. Ist dieser voll, darf die Figur angreifen. Das Besondere ist, dass alle Gegner im Spiel in den Arealen sichtbar sind und es keine Zufallskämpfe gibt. Kämpfe starten bei Berührung nahtlos im Areal, anstatt wie üblich in einem separaten Kampfbildschirm. Die Gegner bewegen sich während dem Kampf und man muss gegebenenfalls den richtigen Moment abwarten um anzugreifen. Das gibt den Kämpfen eine besondere Dynamik. Ein weiteres Feature sind die sogenannten Techs. Eure 3 Partymitglieder (die ihr aus 7 möglichen Charakteren auswählt) können ihre Spezialfähigkeiten kombinieren und so bessere Attacken erschaffen. Benutzt man beispielsweise Cronos Schwertwirbel mit Luccas Flammenwerfer, so entsteht ein verheerender Flammenwirbel. Das motiviert zum mehrmaligen Durchspielen, denn durch neue Kombinationen gibt es neue Angriffe. Doch auch abseits davon gibt es genug Gründe Chrono Trigger öfters anzupacken. Dreizehn um genau zu sein. Denn genau so viele Ende besitzt das Spiel.



Auf der technischen Seite bietet das Spiel sehr schöne und detailreiche 16-Bit-Grafik, die von Akira Toriyama erdacht wurde. Charaktere, Monster und Umgebungen wurden liebevoll animiert und so manches Detail versetzt einen in staunen. Dazu kommt der Soundtrack, der wohl einer der geilsten, wenn nicht sogar DER geilste Soundtrack überhaupt ist. Jeder Track ist wunderschön und voller Emotion. Chrono Trigger ist inzwischen vom Super Nintendo auf viele andere Plattformen gewandert: 1999 wurde es auf die PS1 portiert, wiederum nur in Japan und den USA. Zum ersten Mal in Europa erschien das Spiel 2009 auf dem Nintendo DS. Auch für die Virtual Console der Wii ist das gute Stück erhältlich. Zu guter Letzt wurde das Spiel 2011 auch für iOS und Android herausgebracht. Damit hat also keiner mehr eine Ausrede Chrono Trigger nicht zu spielen ;)



Abschließend kann ich nur sagen, dass Chrono Trigger ein zeitloses Meisterwerk des RPG-Genres ist. Jeder der auf Rollenspiele steht und gute Geschichten mag sollte das Spiel gespielt haben. Für mich zählt es zu den besten Spielen aller Zeiten. Es steckt voller emotionaler Momente und tiefer Charaktere, deren Geschichten es zu erleben gilt. Kurzum: Chrono Trigger ist ein echtes Erlebnis. Ich sollte mich an dieser Stelle wohl bei Kollege David bedanken, der mich damals 2009 quasi genötigt hat das Spiel zu kaufen (damit er es direkt ausleihen und selber durchzocken konnte :P). Ohne sein zutun hätte ich dieses geniale Stück Software entweder nie oder (was wahrscheinlicher ist) erst wesentlich später entdeckt und lieb gewonnen. Ich hoffe ich habe das Interesse an Chrono Trigger bei vielen von euch geweckt. Vielleicht auch bei Leuten die es schon kennen und denen gerade wieder einfällt wie toll es war. Na los, spielt es nochmal! ;)

Euer Wölle

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen