Donnerstag, 4. Juli 2013

Review: Clock Tower (PSX, SNES, PC, WS)


Vorwort: Heute feiern wir schon wieder eine Premiere hier in der Nerdhöhle, denn der folgende Artikel stammt von einem neuen Mitglied der Redaktion! Sein Name ist Juli und er steht auf Mangas, Animes und alte Videospiele. Da sein Motto "Alles nach der Wii ist Mist!" lautet, wird er hauptsächlich über Retrogames und seine Lieblingsserien und -filme schreiben. Doch genug vorgestellt, viel Spaß mit Julis erster Review!

Euer Wölle



Hey ihr Fans des klassischen Gamings da draußen! Ich präsentiere euch hier mein Review zu dem klassischen Horror-Point & Click-Adventure von 1995: Clock Tower für SNES, PC, PSX und den Wonderswan. Leider hat das Spiel Japan nie verlassen. Findige Fans haben es jedoch geschafft das Spiel zu übersetzen und es so auch dem Rest der Welt zugänglich zu machen.



Die 14-jährige Jennifer Simpson und drei ihrer Freundinnen aus dem Waisenhaus werden von dem Ehepaar Mary und Simon Barrows adoptiert und ziehen zu diesen auf ihren riesigen Landsitz. Schnell wird jedoch klar: Mit der Villa stimmt etwas nicht. Zuerst verschwindet Adoptivmutter Mary, danach Jennifers drei Freundinnen. Bald darauf wird auch Jennifer von Bobby Barrows, ihrem neuen Stiefbruder, angegriffen. Der dämonische Junge kämpft mit einer riesigen Schere und ist unsterblich. Jennifer muss vor Bobby quer durch die Villa fliehen, ihre Freundinnen finden und nach einem Fluchtweg Ausschau halten. Auf ihrer Suche stößt sie auch auf ein dunkles Geheimnis und den wahren Grund ihrer Adoption.

Clock Tower ist eine Mischung aus klassischem Point & Click Adventure und Survival Horror. Als Jennifer erkundet ihr das Anwesen der Familie Barrows, sammelt Gegenstände und löst Rätsel. Da der Spieler die meiste Zeit allein unterwegs ist, halten sich die Dialoge in Grenzen. Das trägt auch viel zur Stimmung und dem Gefühl der Isolation im Spiel bei. Lesemuffel, denen andere Adventures zu viel Text waren, können also aufatmen. Ganz alleine ist Jennifer in der Villa allerdings nicht. Immer wieder taucht der stumme "Scissorman" Bobby auf und greift euch an. Er ist jedoch unbesiegbar, so dass es lediglich möglich ist ihn für kurze Zeit außer Gefecht zu setzen. Man kann ihn sich als eine Art Stalker, wie den "Pyramid Head" aus Silent Hill 2 oder Nemesis aus Resident Evil 3 vorstellen. Sobald er erscheint ist es wichtig ihn schnellstmöglich wieder loszuwerden. Sollte Jennifer in einer Sackgasse landen, während Bobby sie verfolgt bedeutet das in den meisten Fällen Game Over. Neben Bobby gibt es im Spiel noch andere, oft recht kreative und überraschende aber niemals unfaire Wege zu sterben. Die normale Aktionstaste dient in bestimmten Situationen auch als "Adrenalin-Knopf", wobei es sich im Grunde um das handelt, was wir heute als Quick-Time-Events kennen.



Das Spiel hat 9 verschiedene Enden, die es dem Spieler erlauben das Spiel auf ganz verschiedenen Wegen durchspielen. Ein besonders interessantes Feature ist, dass die Positionen von manchen Gegenständen, Räumen oder auch Events die Bobby erscheinen lassen, sich bei jedem neuen Spielstart verändern, weshalb man selbst nach mehrmaligem Durchspielen niemals wirklich vor Überraschungen gefeit ist. Die Villa selbst ist relativ überschaubar. Wenn man ungefähr weiß was man tun muss, hat man selbst das schwerste Ende in etwas mehr als einer halben Stunde erreicht. Da das aber in so ziemlich allen Adventures aus dieser Zeit (selbst in echten Hits wie "The Secret of Monkey Island" oder "Day of the Tentacle") so ist, ist dieser Kritikpunkt relativ.

Hintergrundmusik ist die meiste Zeit nicht vorhanden. Das kommt allerdings der Atmosphäre zu Gute, denn wenn der Sound einsetzt, unterstreicht dieser die Stimmung der Situation. Vor allem Bobbys Thema erzeugt ordentlich Panik. Die Grafik ist vergleichbar mit dem ersten Teil von Baphomets Fluch, nur ein wenig düsterer und realistischer, was wohl dem Genre geschuldet ist. Auch nach dieser langen Zeit sieht das Spiel noch ansehnlich aus.



Clock Tower ist trotz seines hohen Alters ein sehr gutes Spiel, welches vor allem durch seine coole Story und die stets unheimliche Atmosphäre punktet. Durch die verschiedenen Enden hat es außerdem einen hohen Wiederspielwert. Die Rätsel im Spiel sind zwar fordernd aber immer logisch, sodass es nicht zu Frustmomenten kommt. Der einzige Kritikpunkt wäre die kurze Spielzeit. Wenn man weiß was man tun muss erreicht man selbst das aufwändigste Ende in einer halben Stunde. Aber andererseits, wer spielt schon ein Adventure mit Lösung? Es ist doch das herumprobieren und herausfinden worum es in diesem Genre geht.


Ich jedenfalls kann Clock Tower Fans von Horrorspielen und Adventures nur empfehlen. Wer die Gelegenheit bekommt das Spiel einmal anzuspielen sollte sie auf jeden Fall nutzen!


Euer Juli

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