Freitag, 28. Juni 2013

Review: Firefly - Aufbruch der Serenity


"I'ts gonna be on for years"! So kann man sich irren, denn leider wurde Joss Whedons Serie Firefly bereits nach einer Staffel eingestampft. Seit dem gibt es immer wieder Anspielungen darauf in anderen Serien wie Futurama, Castle, Battlestar Galactica und natürlich The Big Bang Theory. Obwohl die Serie nur 14 Folgen hat (von denen in den USA die letzten drei nicht einmal mehr ausgestrahlt wurden), gibt es eine große Fanbase, die es sogar möglich gemacht hat, dass nachträglich ein Kinofilm produziert wurde.



Doch worum geht es überhaupt in Firefly?

Die Handlung spielt in einer Zukunft, in der die Menschen die Erde verlassen haben. Ein neues System voller rohstoffreicher Planeten, die durch Terraforming bewohnbar gemacht werden, wurde gefunden und besiedelt. Dabei sind die zentralen Planeten bereits hochtechnisiert, während die auf den äußeren noch Zustände herrschen, die mit der besiedlung des Wilden Westens vergleichbar sind. 

Nach einem Krieg zwischen den unabhängigen Planeten (auch Browncoats genannt) und der Allianz, der in der Schlacht von Serenity Valley endete, hat die Allianz eine totalitäre Regierung aufgebaut. Trotzdem sind nicht alle Planeten unter ihrer Kontrolle, sodass auf den unterentwickelten Welten noch lokale Machthaber herrschen. 

Diese zwei Aspekte beschreiben den Kern von Firefly: Es ist ein Sci-Fi-Western.

Der Protagonist der Serie, Captain Malcolm "Mal" Reynolds (Nathan Fillion, Castle), war ein Browncoat und hat in der Schlacht von Serenity Valley gekämpft. Mit seinem Schiff, dass ebenfalls Serenity heißt, reist er durchs All und erfüllt Aufträge. Zu seiner Crew gehören der Pilot Wash (Alan Tudyk, I, Robot), dessen Frau Zoe (Gina Torres, Matrix 2 &3), der Soldat Jayne Cobb (Adam Baldwin) und die Bordmechanikerin Kaylee (Jewel Staite, Stargate Atlantis). Ständig an Bord ist außerdem die Companion (eine Art Kurtisane mit hohem sozialen Stand) Inara Serra (Morena Baccarin, V - Die Besucher), die einen Teil des Schiffs für sich gemietet hat. Ihnen schließt sich während eines Landgangs der Geistliche Shepherd Book (Ron Glass) an, der eine dunkle Vergangenheit verbirgt.

Eines Tages stoßen der Arzt Simon Tam (Sean Maher) und seine Schwester River Tam (Summer Glau, Terminator SCC) dazu. Wie sich jedoch herausstellt hat Simon seine Schwester aus einer Art Labor befreit, wo sie von der Allianz für Experimente missbraucht wurde. River ist daher geistig labil und wirkt apathisch, aber Simon tut sein Bestes um ihren Zustand zu verbessern. Mal willigt ein die beiden vor der Allianz zu verstecken und sie begeben sich gemeinsam auf die Flucht.

Das ist der einzige klare Handlungsstrang der Serie. Ansonsten sind die Episoden alle abgeschlossen, wie man es von klassischen Science Fiction-Serien wie Star Trek kennt und behandeln Abenteuer auf fremden Planeten oder an Bord des Schiffs. Dabei geht es oft um soziale Probleme oder Gepflogenheiten in den neu besiedelten Welten oder um das Verhältnis zwischen den Crewmitgliedern.

Warum ist Firefly so beliebt?

Es sind die einzelnen Teile des Ganzen, die Firefly zu so einer tollen Serie machen. Die Charaktere sind alle wunderbar ausgearbeitet, jeder hat seine Geschichte, seine Vergangenheit und, was am wichtigsten ist, Persönlichkeit. Auch die Chemie zwischen den Personen stimmt einfach. Die Dialoge besitzen frische, Wortwitz und sind nicht immer politisch korrekt, eben etwas ganz spezielles. Auch die Atmosphäre des Settings ist extrem dicht. So sind zum Beispiel Weltraumszenen (im Gegensatz zu Star Trek oder Star Wars) ohne Ton dargestellt und lediglich von Musik unterlegt. Zur Glaubhaftigkeit trägt auch die Sprache selbst bei. In Firefly ist man Zweisprachig unterwegs: Im fliegenden Wechsel sprechen die Charaktere Englisch und Chinesisch. Hauptsächlich wird chinesisch geflucht. ;) Auch eigene Begriffe wie "shiny" für "gut" gibt es im Serienuniversum. 

Nachdem die Serie 2003 abgesetzt wurde, schaffte es Joss Whedon Ende 2005 den Film Serenity - Flucht in neue Welten in die Kinos zu bringen. Der Film setzt die Story der Serie fort und hebt den "Simon will River helfen"-Strang in den Vordergrund. Er löst einige angeschnittene Themen, wie die in der Serie oft erwähnten Reaver (eine Gruppe von Weltraumbarbaren) auf und bringt so die Serie und ihre Charaktere zu einem zufriedenstellenden Abschluss. Der Film ist sehr empfehlenswert und hat auch weltweit das Lob der Kritiker bekommen. 2007 wurde er von den Lesern des britischen SFX Magazine sogar zum besten Sci-Fi-Film aller Zeiten gewählt.

Ich kann die Serie und den Film jedem ans Herz legen der mal Lust auf eine Sci-Fi Serie ohne Aliens mit angeklebten Nasen hat, einfach eine gute Serie sehen will und jeden Fan von Joss Whedons restlicher Arbeit ist. Es ist wirklich schade dass diese tolle Serie so schnell abgesägt wurde. Damit hätten wir Zuschauer, wie Sheldon Cooper schon sagte, noch jahrelang Spaß haben können.

Euer Wölle

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